Presseschau vom 16. März 2018

Zum Start in den Tag eine kleine (umfangreiche) Presseschau mit Beiträgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es geht u.a. um Bildung, Gesundheit, Literatur und Migration.

ein Mann liest eine Zeitung, Bild von [c] codewan / Pixabay

15. März

Wer "Bullengewalt" kritisiert, freut sich ob des Urteils, wer die sinkende Hemmschwelle für Gewalt gegen Polizisten im Blick hat, warnt vor zukünftiger "Vermeidung" von kritischen Situationen: Streit über Polizeigewalt – Landgericht stuft harten Einsatz als Körperverletzung ein (Mitteldeutsche Zeitung)

Er sei "gegen einen EU-Beitritt Ankaras" und "die in die Türkei fließenden EU-Gelder" müsse man "überdenken": Kurz fordert Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei (Kurier)

Sollte einstmals das Pendel umschlagen, werden einige der hier genannten Bücher nicht mehr zur (Schul-)Lektüre gehören oder Textänderungen erfahren wie z.B. die junge Literaturschwedin, deren Vater mittlerweile ein "Südseekönig" ist: Leipziger Buchmesse – Das politisierte Kinderzimmer (Cicero)

"Zur Wahrheit gehört auch, dass ohne die Privatschulen das öffentliche Schulsystem noch stärker in Bedrängnis geriete als ohnehin": Bildungsstudie – Forscher prangern ethnische Segregation durch Privatschulen an (Welt)

Aber: Ob "Salem" oder "Rütli-Schule" spielt gar keine Rolle, zudem ist hier das Spielbild realistischer als sonst so üblich. Leistungsvergleich unter 67.000 Schülern – Privatschulen sind nicht besser als öffentliche (Spiegel)

14. März

Aus dem Artikel wird nicht so recht klar, welche Vergehen außer "in nicht deutscher Sprache anschreien" die Fixierung rechtfertigt: Vor dem Bundestag – Polizei nimmt Mann in Gegenwart von Merkel fest (Welt)

Spoiler: Laut Text liegt es an der unterschiedlichen Popularität der Schauspieler und nicht an deren Geschlecht. "The Crown" – Netflix bezahlt die Queen schlechter als ihren Mann (Stern)

Das Ständewahlrecht war schon ungerecht, das Wahlrecht nur für männliche Bürger war es auch und das derzeitige Wahlrecht in Österreich ist es aus Sicht von Rot-Grün auch: Nach SPÖ-Forderung – Jetzt auch Grüne für Wahlrecht für alle Ausländer (Standard)

"Ein Geheimpapier aus dem Auswärtigen Amt fordert deutsche Medien auf, alle Kalauer mit dem Namen des Außenministers Maas zu unterlassen." Die Wahrheit – Maas attacks (taz)

Der "Jubiläumsartikel" ist hinter der Paywall, der Originaltext ist u.a. bei der Achse des Guten (25. März 2013) erschienen: Vor fünf Jahren erschien Akif Pirinçcis Artikel „Das Schlachten hat begonnen“ – Wenn es Nacht wird in Deutschland (eigentümlich frei)

Offensichtlich wird Mitmenschlichkeit doch mit einem Preisschild versehen: Zuwanderer in Hamburg – Kosten für Integration haben sich fast verdreifacht (Welt)

Finanzzusagen kann man auf der Empfängerseite auch als Bestätigung sehen, in der Innen- wie Außenpolitik alles richtig zu machen: Flüchtlingsdeal – Türkei erhält neue Milliarden von der EU (SZ)

Und hier ein Rückblick zu den Überweisungen der Vergangenheit: Verschwendete Steuergelder Milliarden für nichts? – Rechnungshof kritisiert EU-Hilfe für Türkei (Welt)

Ausgehend von den Maßnahmen der Vorjahre ist das nur der nächste logische Schritt, trotz der Kritik: „Was erlaube Draghi?“ – EU will Deutschland für faule Kredite zahlen lassen – Volksbanken laufen schon Sturm (Focus)

Der EU-freundliche Hoffnungsträger (Focus, 9. Mai 2017) hat auch Ideen, die nicht jedem gefallen: Macron gegen Gewinnstreben der Unternehmen (NZZ)

"Deutschlandweit stiegen die Verordnungen im Schnitt um 60 Prozent": Alarmierend: Krätze juckt immer mehr Berliner (Tag24)

Wenn die Prognose "noch zwei Jahre" im Jahr der Diagnose (1963) zutreffend gewesen wäre, wären der Welt sowohl brillante Erkenntnisse als auch TV-Auftritte u.a. bei The Simpsons und The Big Bang Theory vorenthalten worden: Stephen Hawking, modern cosmology's brightest star, dies aged 76 (The Guardian)

Beim Lesen der Bewertungen "erkennt man schnell: Hier läuft eine Kampagne gegen Huch": „liest lieber mal den Koran“ – Islamistensturm gegen Huch-Buch auf Amazon (Ruhrbarone)

Die Frage ist jetzt, wie weitere Szenen dieser Art perspektivisch zu vermeiden sind: „Asyl-Razzia“ in Wien – Drei Festnahmen nach wilder Massenschlägerei (Standard)

13. März

Angesichts von Meldungen über Gewalt gegen Helfer, siehe dazu z.B. die passenden Links in der Medien- und Presseschau vom 13. März, sind Beiträge wie diese aus dem Rheinland möglicherweise ein weiterer Mosaikstein, dass sich diese Gesellschaft derzeit einem unguten Kurs in der Gesellschaft befindet: Brutale Attacke in Köln – 14-Jähriger sticht mit Messer auf anderen Jugendlichen ein und Tumult in Euskirchen – 17-Jähriger tritt Schwangere in Bauch und zückt Messer (beide Kölner Stadtanzeiger)

Ein Radiobeitrag über "Publizisten und Menschenrechtskämpfer [...], die für ihre Meinungsfreiheit einen hohen Preis bezahlen": Leben mit Personenschutz – Vogelfrei (Deutschlandfunk)

Während sich Grenzen nicht kontrollieren lassen, sieht das bei Steuern ganz anders aus: Steuervermeidung durch Unternehmen: Einigung über Steuerintermediäre (Europäischer Rat – Rat der Europäischen Union)

Sie ist „extra aus dem Hasenbergl ins Umland gezogen", doch nun "hat sie das Vertrauen an das Gute im Menschen verloren": Mann wurde am Telefon Zeuge – Vaterstettenerin brutal überfallen: „Ich habe gespürt, dass es passieren wird“ (TZ)

Der Schweizer Autor ist sich sicher, dass ein ehemaliger US-Präsident, der beinahe "First Man" geworden worden und zudem u.a. Karlspreisträger ist, nach heutigen Maßstäben eine Rede wie im Jahr 1995 nicht mehr halten könnte: Rechte Hetze? (BAZ)

12. März

Ein Künstler, dessen Vater im KZ umkam, schätzt die antisemitische Gefahr aus dieser Ecke nicht so hoch ein, siehe hier im Blog Arik Brauer bei ZIB auf FB, doch der Wiener Autor deckt auch andere Ecken ab: Gastkommentar – Österreichs Burschenschafter galten als Spinner, und keiner hat sie ernst genommen – ein fataler Irrtum. Passend dazu gibt es Leserdebatte – Wie gefährlich sind Burschenschaften wirklich? (NZZ, Leserdebatte vom 13. März)

Während in der vergangenen Woche die medialen Reaktionen während der Reise eindeutig waren, siehe Syrien und deutsche Politik[er], redet ein Sender aus dem ARD-Spektrum mit einem Reiseteilnehmer: Interview mit AfD-Politiker Jürgen Pohl (MDR)

Kein Kommentar: Mann schlägt und würgt Freundin in der S5 - jetzt droht ihm die Abschiebung nach Syrien (Der Westen)

Der ehemalige MdB Volker Beck (Bündnis90 / Die Grünen) benutzt die Metapher des "trojanischen Pferdes": Besuch bei „unserem obersten Heerführer“ Ditib plant Jugendreise zu Erdogan (Kölner Stadtanzeiger)

Was nicht passt, wird passend gemacht: Nach Herabstufung – Türkei plant eigene Ratingagentur (Spiegel)

11. März und noch älter

Wer denkt, "Vorfälle" mit Messern, seien nur auf deutsche Regionen wie das Rheinland beschränkt (um die Links weiter ober aufzugreifen), sollte einen Blick gen Süden werfen: Opfer [32] notoperiert – Streit in Wien endet mit Messerstich ins Herz (Standard, 11. März)

In welchem Zusammenhang mit der Tat bzw. dem Pressekodex (siehe hier im Blog z.B. hier und hier) ist die Feststellung "Er ist deutscher Staatsangehöriger" relevant? Berlin – 15-Jähriger gesteht Tötung von 14-Jähriger (Kieler Nachrichten, 11. März)

Lieber kriminalisiert man Bürger und Unternehmen, die ihre gesetzlichen Möglichkeiten zur Steuerminimierung nutzen als eine einfache und durchgängige Steuergesetzgebung einzuführen: Steuern / Nationale Anzeigepflicht – Rheinland-Pfalz schlägt Einführung einer „Schwarzen Liste“ vor (Finanzministerium Rheinland-Pfalz, 8. März)

Entdeckt bei Ali Ertan Toprak auf Facebook (13. März): Hessen – Rocker: Osmanen Germania BC hat einen erstaunlich guten Draht nach Ankara (Wiesbadener Kurier, 3. März)

Vor rund elf Monaten erschien dieser Beitrag, dass Deutschland 31 Plätze abgerutscht sei – mal schauen, ob es einen vergleichbaren Artikel in einem Monat gibt und wie dann die Platzierung ist: Weltweiter Vergleich – Das sind die sichersten Reiseländer, Deutschland nicht mal unter den Top 50 (Focus, 26. April 2017)

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.