Rechte der Fremden im ABGB

Werfen wir mal einen Blick über die Landesgrenze in den Bereich der Top-Level-Domain "at", genauer: in das Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch für die gesammten Deutschen Erbländer der Oesterreichischen Monarchie, I. Theil. Wien 1811, in Kraft getreten am 1. Jänner 1812.

§33
Den Fremden kommen überhaupt gleiche bürgerliche Rechte und Verbindlichkeiten mit den Eingebornen zu, wenn nicht zu dem Genusse dieser Rechte ausdrücklich die Eigenschaft eines Staatsbürgers erfordert wird. Auch müssen die Fremden, um gleiches Recht mit den Eingebornen zu genießen, in zweifelhaften Fällen beweisen, daß der Staat, dem sie angehören, die hierländigen Staatsbürger in Rücksicht des Rechtes, wovon die Frage ist, ebenfalls wie die seinigen behandle.
zit. nach: Wiener Allgemeiner Literatur Zeitung, Band 1, S. 231 (siehe Google Books)

Und falls sich jetzt jemand fragt: "1811? Ist das nicht schon ziemlich lange her?" Ja, das ist es. Aber das ABGB ist das älteste gültige Gesetzbuch des deutschen Rechtskreises. Die aktuelle Fassung findet sich hier: ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.

Wer will, kann dann ja mal vergleichen, ob bzw. wie sich § 33 in über 200 Jahren verändert hat.