Rückblick: Zimmer 1993 und Warraq 2009

Zimmer in der Zeit

Ende 1993, genauer: am 22. Oktober, fragte sich Dieter E. Zimmer in der Zeit: Gibt es „Political Correctness“ in Deutschland? In dem recht langen Stück beschäftigt sich Zimmer damit, dass sich "einerseits die Sensibilität für rassistische und sexistische Denkfiguren geschärft" habe, andererseits aber auch, "in einer Art tugendsamer Überschußreaktion, eine neue Intoleranz mit neuen Wahrnehmungs- und Denkverboten entstanden" sei. Es ist interessant, den Beitrag mit dem Wissen von heute und den Erfahrungen seit 1993 zu lesen.

Warraq im Spiegel

Im April 2009 hat der "Islam-Dissident" Ibn Warraq den niederländischen Politiker Geert Wilders als "Kämpfer wider den islamischen Totalitarismus" und als "Held unserer Zeit" bezeichnet. Unabhängig davon, ob man Warraq jetzt unbedingt in Bezug auf Wilders zustimmen mag, hat er in seinem Artikel einen wichtigen Satz platziert:

"Die Meinungsfreiheit muss verteidigt werden, koste es was es wolle."

Bei Warraq schließt sich direkt der Gedanke an, dass "totalitäre Denksysteme", sollte diese Freiheit nicht verteidigt werden, "unsere hart erarbeiteten Freiheiten auslöschen".

In der Tat gibt es das ein oder andere historische Beispiel (auch in Deutschland), dass totalitäre Ideologien die Pluralität und Diversität einschränken und zudem eine Weltsicht befördern können, derzufolge diejenigen, die nicht Teil der "richtigen Peer Group" sind, auch nicht unbedingt (lebendiger) Teil der Gemeinschaft sein müssen.