„Schwarze Arielle“ und „weiße 'Ancient One'“

Die haltungsstarke Der Spiegel-Kolumnistin Margarete Stokowski schreibt am 9. Juli über Halle Bailey und den „Gegenwind“, den sie aufgrund einer avisierten Rolle erfährt. Der Titel der Kolumne lautet: „Rassistische Äußerungen zu "Arielle" – Meerjungfrau? Voll unrealistisch!“. In den Meta-Tags lautet der Titel übrigens „#NotMyAriel: Darf Arielle schwarz sein? Meerjungfrauen im Check“.

Vor etwa drei Jahren traf es mit Tilda Swinton übrigens ebenfalls eine Frau, dass „das Netz“ bzw. „die Öffentlichkeit“ mit der Rollenbesetzung sehr unzufrieden war. In dem damaligen Fall ging es um die Figur „The Ancient One“ im Marvel-Film „Doctor Strange“, wie (beispielhaft) die Neue Osnabrücker Zeitung in einem Kommentar vom 27. Oktober 2016 beleuchtet.

Was ansonsten die Kolumne von Margarete Stokowski angeht: Sie hat als Kolumnistin durchaus ihr Ziel erreicht und die Menschen zur Beteiligung und Diskussion angeregt – eine über 60 Seiten lange Kommentarspalte belegt dies. Indes findet sie (insbesondere unter den ersten Kommentaren) nur bedingt Zustimmung. So wird ihr beispielsweise die Unterstützung von „Blackwashing“ bei gleichzeitiger Herabsetzung der europäischen Kultur vorgeworfen wie auch Inkompetenz bezüglich wissenschaftlicher Themen (siehe die „evolutionäre Entwicklung pigmentreicher Haut“ und der „abnehmende UV-Gradient unter Wasser“).

PS: Im vorletzten Absatz lässt sich die Kolumnistin übrigens darüber aus, dass Schauspieler teilweise Rollen spielen, denen sie im Leben abseits der Kamera nicht entsprechen. Dieser Logik folgend dürfte beispielsweise die Rolle Othello je nach Lesart nur von einem „Mohr“ (Schwarzafrikaner) oder einem „Mauren“ (Nordafrikaner) gespielt werden und auch das Remake der Ghostbusters wäre ggf. noch einmal einer kritischen Würdigung zu unterziehen.