Seitenwechsel, schriftliche Erklärung, Südafrika, Bundestag, Arbeitsmarkt

Aus der Reihe "Beobachtungen" und "Notizen folgen hier vier aktuelle Beobachtungen und Notizen zu verschiedenen Themen:

Seitenwechsler

Ein Bekannter "Stern TV"-Moderator ist jetzt bei der AfD, berichtet die Neue Westfälische am 21. August.

In dem Text taucht dabei die Formulierung aus, dass der TV-Moderator die "Seiten gewechselt" habe und nun "Mitglied der rechten AfD" sei, was unweigerlich zu der Frage führt, ob der Autor...

[ ] ... den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für eine Partei hält,
[ ] ... die Partei für einen Rundfunksender,
[ ] ... er bewusst so formuliert, um einen Gegensatz "gut-böse" zu kreieren,
[ ] ... unbewusst so formuliert und das selbst nicht einmal erklären kann.

Möglicherweise lässt der abschließende Absatz auf Absicht schließen, denn dort heißt:

"Auch der in Bielefeld geborene Journalist Armin-Paul Hampel wechselte vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk zur AfD."

schriftliche Erklärung

Der Angeklagte "hält nach BILD-Informationen an der schriftlichen Erklärung fest, die sein Anwalt vor dem Prozess abgegeben hatte":

Auszug: „Der Beschuldigte kennt es aus seiner Kultur so, dass Konflikte mit dem Messer ausgetragen werden. Er beschreibt die regionalen Bräuche wie folgt: Wird man beleidigt, darf man zustechen. In schweren Fällen darf man die Person töten.“ Und: „Er führt aus, dass sein Verhalten nach den religiösen Anforderungen nicht zu beanstanden war und begreift nicht, weshalb er in Haft sitzen muss.“
Quelle: „In meiner Kultur darf man töten“ – Messer-Opfer geschockt von Täter-Geständnis (Bild, 22. August)

Südafrika

Wer den Sachverhalt Landwirtschaftsbank warnt vor Pleite – Landreform: Südafrika beginnt mit Enteignung weißer Farmer lieber nicht aus der Quelle Junge Freiheit zur Kenntnis will...

...traut vielleicht lieber diesem Artikel Bankpleiten befürchtet : Land-Enteignungen könnten Südafrika teuer zu stehen kommen mit der FAZ als Quelle (beide 21. August).

Heute im Bundestag (hib)

Es gibt ja Menschen, die meinen, dass die Existenz einer bestimmten Partei, die vergleichsweise neu ist und für Verdrängung innerhalb der Parlamente gesorgt hat, ihre Existenz insbesondere durch ein Megathema sichert (das Ursprungsthema war ja eher wirtschaftlich der Euro). Als mögliche Gegenmaßnahme wird dann unter anderem diskutiert bzw. vorgeschlagen, einfach deren Themen nicht mehr zu behandeln oder auf deren Themen zu reagieren.

Vergleichsweise vorbildlich macht das Pressedienst heute im bundestag des Bundestags in in der Meldung Finanzplan des Bundes bis 2022 (Haushalt/Unterrichtung - 17.08.2018 (hib 598/2018)). In der Drucksache 19/3401 (PDF) wird beispielsweise das Kapitel 3.2.10 gar nicht erwähnt, obwohl Tabelle 6 mit vergleichsweise großen Zahlen aufwartet. Sehr vorbildlich verweist die Meldung aber auf den größten Posten:

"Die Sozialausgaben werden weiterhin den wesentlichen und zunehmend größeren Anteil an den Gesamtausgaben ausmachen. Sie werden laut Finanzplan von 173 Milliarden Euro im Jahr 2018 (50,4 Prozent des Etats) auf 193,7 Milliarden Euro im Jahr 2022 steigen (51,6 Prozent)."

Arbeitsmarkt

Spannend bei Beiträgen wie diesem, bei dem die Kommentarfunktion ausgeschaltet ist, wäre eine journalistische Herangehensweise, bei der die Zahlen auch prozentual miteinander ins Verhältnis gesetzt werden und vielleicht auch ausformuliert wird, dass – ausgehend von den vorliegenden Zahlen – die Zahl der knapp 16 % sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 237.537 Personen sichtbar unter der "aufgerunden" Erfolgsmeldung mit "306.574 Personen aus den acht Haupt-Asylzugangsländern", die später aufgeschlüsselt werden, liegt (und bei dieser expliziten Betonung von acht Ländern sei die Frage gestellt, ob sich der Wert von 1,5 Millionen ebenfalls nur auf diese Teilmenge bezieht): Erfolgreiche Integration – Mehr als 300.000 Flüchtlinge haben einen Job (Spiegel, 21. August)