Die "Kleine Welt" und die Grenzen der Infrastruktur

Über Xing lässt sich auf Business-Ebene nachvollziehen, wie das "Kleine-Welt-Experiment" funktioniert. Ein anderes Beispiel zeigt der BND.

Um das ganze Konzept noch einmal in aller Kürze einzusortieren: Der 1967 von Stanley Milgram geprägte sozialpsychologische Begriff bezeichnet eine Hypothese, nach der jeder Mensch auf der Welt über eine überraschend kurze Kette von Bekanntschaftsbeziehungen mit jedem anderen verbunden ist. Im großen und ganzen soll jeder mit jedem über maximal sechs Ecken in Kontakt stehen können. (Auch wenn es nach wissenschaftlichen Maßstäben keine reputable Quelle ist: mehr dazu auf Wikipedia.) Wer bei Xing angemeldet ist, kann das ziemlich simpel nachvollziehen.

Was für wissenschaftliche Experimente oder Geschäftskontakte gilt, gilt auch bei "Gefährdern", meldete heise online am 2. Dezember:

H.F., die Datenschutzbeauftragte des Bundesnachrichtendiensts (BND), musste am Donnerstag im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags eine frühere Aussage korrigieren, wonach der Geheimdienst Metadaten von Kontaktpersonen eigentlich Überwachter "bis in die vierte, fünfte Ebene" sammeln dürfe. Es gebe in diesem Bereich gar keine Grenze, erklärte die Juristin. Das System bremse die Datensammler allenfalls selbst aus, wenn die ganze Struktur "einfach zu unübersichtlich wird".
– Quelle: Stefan Krempel: "NSA-Ausschuss: BND kann Daten zu Kontaktpersonen schier unbegrenzt sammeln", heise.de, 2.12.2016