„nur strenge Ordnung, nicht lebendige, vermischte Realität“

In der kommenden Presse- und Medienschau, die gleich einen ganzen Monat umfassen wird, ist an einer Stelle auch ein Meinungsbeitrag von Margarete Stokowski enthalten. Kurz zuvor hat sie einen Beitrag über Sprache verfasst, der nachfolgend in zwei längeren Sätzen kurz vorgestellt, in einen weiteren Kontext und anschließend um weitere Fakten ergänzt wird.

In ihrer Spiegel-Kolumne Rechte Sprache – Warum "linksgrün versifft"? vom 12. Februar merkt Margarete Stokowski an, dass die „aktuelle Rechte [...] nur strenge Ordnung, nicht lebendige, vermischte Realität“ ertrage, blendet dabei aber aus, dass sich beispielsweise im Mai 2015 der Hotel- und Gaststättenverband München und die städtische „Fachstelle gegen Rechtsextremismus“ mit Unterstützung des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter eindeutig dahingehend positionierten, die Realität zu entmischen (siehe Abendzeitung vom 21. Mai 2015), was in der Praxis bei einem italienischen Wirt in Sendling, der still dinierende (und nicht lautstark polemisierende) Gäste nicht aussperren wollte, dazu führte, seine Lokalität schließen zu müssen (siehe dazu hier im Blog die NZZ- und HuffPo-Artikel vom 22. Juli 20017).

Ansonsten fällt in dem HuffPost-Artikel noch die Aussage von Miriam Heigl von der Fachstelle für Demokratie der Stadt München auf, die „sagt, dass man dem Wirt nur eine Hilfestellung gegeben habe. Als Privatmann habe er keine Bedienungspflicht“ – was mutmaßlich der geltenden Rechtslage widerspricht, die „auch bei Geschäften des täglichen Lebens wie dem Einkaufen, bei Versicherungs- und Bankgeschäften und bei Restaurant- oder Clubbesuchen“ auf Basis des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes vor Diskriminierung „aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität durch private Akteure“ schützt, wie unter antidiskriminierungsstelle.de > Themen und Forschung > Recht und Gesetz > Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nachzulesen ist.