Tarek von K.I.Z. und mediale Reaktionen auf „Nach wie vor“

Auf YouTube findet sich das Musikvideo „Nach wie vor“ von Tarek von K.I.Z., das einer Anmeldung zur Altersbestätigung bedarf um es ansehen zu können.

Möglicherweise hat das damit zu tun, dass Tarek, ein vergleichsweise „blutiges“ Video gedreht hat, denn er „schlachtet AfD-Politiker [...] ab“, wie es Raptastisch.de am 1. Dezember schon in der Überschrift verkündet.

Wer die Suchmaschine seines Vertrauens befragt (im Regelfall Google) und dabei die Suchbegriffe „Tarek“ und „AfD“ kombiniert, wird indes nur wenige Medien aus dem Segment der Publikumspresse finden, die das Video aufgreifen. Der Focus hat es am 3. Dezember 2019 gemacht und dabei die Frage „Wie weit darf Kunst gehen“ gestellt. Eine direkte (eigene) Antwort gibt es jedoch nicht. Die findet sich sehr wohl aber bei einem undatierten Beitrag von Noizz, dem Ze.tt-, Bento- und Vice-Pendant aus dem Hause Axel Springer. Dort erläutert Till Böttcher, dessen Selbstbeschreibung „Modern Rap, Zeitgeist, Thunberg-Jünger“ lautet, dass er die AfD hasse und „gefährlich und falsch“ findet, doch das Video gehe für ihn „zu weit“, auch wenn er „mit Tarek und seiner politischen Haltung sympathisiere“. Der jugendliche Zeit-Ableger Ze.tt hat sich mit deutlicher Latenz am 1. Februar des Themas angenommen, wobei das Interview deutlich anders positioniert ist als der Noizz-Beitrag.

Im Sommer 2013 war das grundsätzliche Thema „lyrische Rappergewalt gegen Politiker“ noch ein Aufregerthema, denn da drohte Bushido im Song „Stress ohne Grund“ Politiker mit „Mord“ bzw. „Gewalt und Tod“. Jedenfalls finden sich in der Suchmaschine zahlreiche Artikel zu dem Thema, beispielhaft sei hier der Beitrag des Tagesspiegels vom 12. Juli 2013 verlinkt.