Thomas Mann und sein Deutschtum

Am 2. Dezember 1936 enthielt die Ausgabe des Völkischen Beobachters auf der dort veröffentlichten „Ausbürgerungsliste“ auch den Namen des Schriftstellers Thomas Mann und seiner Familie. Die Deutsche Welle thematisierte dies vor einem Monat in ihrer Serie „Kalenderblatt“ und machte den Beitrag mit einem O-Ton Thomas Manns auf, wobei nur der erste Satz auch zu hören ist, indem er sich zu seinem Deutschtum bekennt:

„Der einfache Gedanke daran, wer die Menschen sind, denen die erbärmlich äußerliche Zufallsmacht gegeben ist, mir mein Deutschtum abzusprechen, reicht hin, diesen Akt in seiner Lächerlichkeit erscheinen zu lassen. Das Reich Deutschland soll ich beschimpft haben, indem ich mich gegen sie bekannte. Sie haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich mit Deutschland zu verwechseln.“
O-Ton Thomas Mann (u.a. hier beim SWR (PDF) transkribiert)

Im weiteren Verlauf sind weitere O-Töne Thomas Manns zu hören. So gibt er auch zu Protokoll, dass für ihn die Ausbürgerung nicht überraschend komme, weil er sich schon lange entsprechend positioniert habe:

„Gewiss, ich habe die Wut dieser Machthaber herausgefordert nicht erst in den letzten Jahren durch mein Außenbleiben, die ununterdrückbaren Kundgebungen meines Abscheus. Lange vorher hatte ich es getan und musste es tun, weil ich früher als das heute verzweifelte deutsche Bürgertum sah, wer und was da heraufkam.“
O-Ton Thomas Mann im „Kalenderblatt“ vom 2.12.20 im YouTube-Kanal der DW