Vier Gedanken zum Zeitgeschehen – von Erika bis Inneneinrichtung

Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung

Wegen der Kritik der CSU an der AfD gibt Erika Steinbach den Bayerischen Verdienstorden zurück, wie u.a. die FAZ am 15. Mai schreibt.

In dem Kontext schreibt ein Social-Media-Nutzer, dass es "besser gewesen wäre, sie hätte ihn gar nicht erst bekommen", woraufhin ein anderer anmerkt: "Sehr richtig, wofür wird so ein Mensch ausgezeichnet?"

Um die Frage zu beantworten: Wenn bei Frau Steinbach die Maßstäbe galten, die 2014 bei Frau Roth herangezogen wurden, erfolgte die Auszeichnung "als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk", siehe dazu Claudia Roth bekommt heute den Bayerischen Verdienstorden bei der Ausgburger Allgemeinen vom 17. Dezember 2014.

40 Jahre im Schuldienst

Jetzt stellen wir uns mal vor, eine Aussage wie

„Wie einfach könnte alles werden, könnten wir uns nur dazu durchringen, unsere ausufernden sozialstaatlichen Förderangebote wenigstens an positive Mitarbeit und Leistungen der Klientel zu koppeln. So könnten sie sich selbst aus dem Stand passiver Leistungsempfänger in den gesellschaftlich nützlicheren Stand von Leistungserbringern adeln“

käme nicht von einer Pädagogin mit 40 Jahren Erfahrung an Schulen, sondern beispielsweise von einem Abgeordneten (m/f) einer vergleichsweise jungen Oppositionspartei ohne Regierungserfahrung in Bund und Land.

Kontext / ganzer Text: Integration : Schonungslose Einblicke in den Schulalltag (FAZ, 15. Mai)

Alter deutscher Brauch

Wenn man in einem Qualitätsmedium die Aussage

"Der Ramadan ist alter deutscher Brauch, der hier schon länger verbreitet ist als das Oktoberfest."

verbreitet, sollte man auch eine Zahl angeben – insbesondere eine, die vor 1810 liegt.

Kontext / ganzer Text: Beginn des Fastenmonats: Ramadan – ein alter deutscher Brauch (Deutschlandfunk, 16. Mai)

Inneneinrichtung, Life Style und Haltung

Wie in dem Videobeitrag Luxusautos, Playstation-Zimmer – So pompös wohnt Mesut Özil in London (Morgenpost, 24. Oktober 2017) ungefähr um Sekunde 28 der Eigenauskunft eines der Akteure der aktuellen Erregungskurve bzgl. "Fotos mit gewählten Staatsoberhäuptern" zu entnehmen ist, hängt an der Wand ein Portrait von Ebū ʾl-Fetḥ, später Fātiḥ genannt.

Und jetzt stelle man sich vor, bei Toni Kroos würde bei einem vergleichbaren Bericht ein Portrait Bismarcks an der Wand hängen.