Von Alpha bis Zett

Küstenwache contra Sea Watch
"Die libysche Küstenwache will rund 350 Flüchtlinge von einem Holzboot retten - und zurück nach Libyen bringen. Die Aktivisten von Sea Watch versuchen, das zu verhindern. Die beiden Schiffe rammen sich fast. Es folgen Anschuldigungen von beiden Seiten." – weiterlesen bei n-tv.de (10. Mai)
Die Hamburger Grünen-Chefin Anna Gallina hat sich übrigens entschieden, sich auf der in vergleichbarer Mission aktiven "Sea Eye" selbst ein Bild zu machen (Mopo.de, 15. Mai)
Gerichtsurteile und Bezeichnungen
Der Publizist Henryk Broder nannte "Kulturzeit"-Moderatorin Tina Mendelsohn das "kleine Luder vom Lerchenberg", was eine schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung ist. Da er bereits eine Unterlassungserklärung unterzeichnet hatte und die Wiederholungsgefahr ausgeschlossen ist, brachte Mendelsohn auch der Gang vor der BGH keine Geldentschädigung, so der Tagesspiegel am 10. Mai. Der sächsische Landwirt, der die beiden des Diebstahls und Schlachtens von sechs Schafen ermittelten tatverdächtigen Asylbewerber auf Facebook als "Drecksvolk" bezeichnet hatte, musste sich dafür wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten und wurde freigesprochen, berichtet Bild am 10. Mai. "Nur" bis vor den Presserat ging der Konflikt zwischen der evangelischen Pfarrerin Gabriele Zander und der Journalistin Marisa Kurz, aber das Ergebnis ist eindeutig: mit Genehmigung des Deutschen Presserates darf Zander „israelfeindlich“ genannt werden, so die Jüdische Rundschau am 5. Mai.
Zuversicht und Defätismus
Wie T-Online am 9. Mai berichtet bezieht eine halbe Million Flüchtlinge Hartz IV. Beim "Tag der Jobcenter" zeigte sich Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) "zuversichtlich, aber nicht entspannt", weil sie nicht davon ausgehe, dass "irgendetwas, was wir hier prognostizieren, ein Selbstläufer sein wird." Ganz anders dagegen Anabel Schunke, Model und Journalistin (oder andersherum), die frei zugänglichen Post auf Facebook bekennt, dass man sich "bei offiziellen Artikeln natürlich nur auf offiziell gesicherte Informationen beziehen kann" und sie "alle anderen Informationen [...] nicht offiziell verwerten" kann, so lange es nur Erzählungen seien, die an sie herangetragen werden. Ihre anschließende Stellungnahme mit sieben Punkten ist dafür ziemlich lang...
Das ZDF zitiert...
Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen:


In der FAZ vom 9. Mai wird er außerdem auch so zitiert: "Wir müssen uns als Staat neu aufstellen. Die Medien müssen ihre Torwächter-Funktion wieder stärker wahrnehmen."
Kontext aus Indonesien
Auch Telepolis greift den Fall des christlichen (ex-)Gouverneurs aus Indonesien auf (siehe den Kessel Buntes vom 9. Mai), reichert den Bericht vom 10. Mai allerdings mit Hintergrundinformationen zu den politischen Verhältnissen an.
Nachtrag zu Xavier Naidoo
Nachdem sich alle großen (Online-)Medien und auch die Stadt Mannheim von Xavier Naidoo distanziert hatten (Blog-Beitrag vom 7. Mai), kommen mittlerweile auch Gegenstimmen, d.h. "weiße Ritter". So berichtet die Huffington Post am 10. Mai, dass Michael Mittermeier Xavier Naidoo zur Seite springt und mit den Medien abrechnet. Und auch die "kritische Website" Nachdenkseiten positioniert sich in der Causa unter der Überschrift Xavier Naidoo und das „besetzte Land“ zwei Tage zuvor anders als viele andere. Gleichwohl merkt abschließend der Chefredakteur an, man solle "sich davor hüten, Herrn Naidoo nun einen Persilschein auszustellen".
Lücke in der Überschrift
Was die POL-OL in der Überschrift ihrer Pressemitteilung ihrer PM vergessen hat: "++ Streit in Wohnung ++ 43-Jähriger durch Schlag mit Machete am Kopf verletzt ++ Keine Lebensgefahr" vom 16. Mai vergessen hat: "Kein Haftbefehl", denn seitens der Staatsanwaltschaft Oldenburg wurde kein Antrag auf einen entsprechenden Erlass gestellt; der Tatverdächtige wurde nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.
Kritik an Arte
Am 6. Mai hat Alex Feuerherdt auf dem Schweizer Medienangebot Audiatur: über eine "abgelehnte Antisemitismus-Dokumentation" geschrieben und ist zu dem Schluss gekommen: "Armutszeugnis für Arte".
Messer im Alltag
Im Ruhrgebiet verstecken die einen ihr Messer unter dem Säugling im Kinderwagen (waz.de vom 8. Mai), in Mittelfranken sticht ein Mann eine Schwangere nieder (bild.de vom 9. Mai).
Gesammelte und vermischte Meldungen
Schon ein wenig älter, immer noch interessant: Tattoo-Erkennung: Fraunhofer nutzte Fotos aus BKA-Datenbank und von privaten Webseiten (Netzpolitik vom 5. Januar). Aus der Schweiz kommt ein Blick auf Deutschland, die Zensur-Republik (NZZ vom 13. April). In Göttingen gibt es Kondomtraining für Flüchtlinge ohne Kulturschock (hna.de vom 10. Mai). Publizist Henryk Broder fordert mit spitzer Feder die Einführung des Linksverkehrs (Welt vom 7. Mai). Hugo Müller-Vogg hat Nachrichten aus einem verwirrten Land zusammengetragen (TE vom 10. Mai); falls es eine vergleichbare Zusammenstellung mit einem anderen Tenor gibt, bitte als Kommentar ergänzen. Wie das Düsseldorfer Onlinemedium Report D berichtet, wurden in Düsseldorf-Bild Holzhäuser für Flüchtlinge mit Fest eingeweiht (13. Mai).