Welt- und Spiegel-Leser kommentieren

Online-Medien unterscheiden sich in vielen Punkten – das kann Inhalte ebenso betreffen wie die Weltanschauung, aber auch die Möglichkeit zum Kommentieren. Manche Medien lassen Kommentare bei jedem Artikel zu, andere haben „Öffnungszeiten“ und Dritte wiederum lassen das partiell zu. In diese Kategorie gehört der Der Spiegel mit seinem Online-Angebot.

Wie das in der Praxis ausschaut, hat vor ein paar Jahren ein Data Scientist auf dem Chaos Communication Congress mit dem Vortrag „Spiegel Mining“ herausgearbeitet:

Spiegel-Leser kommentieren

Der Beitrag vom 14. Mai über eine angebliche Plastiktüte im Mariannengraben gehört jedenfalls in die Kategorie der kommentierbaren Texte. Wer sich durch die Rückmeldungen der Leser wühlt, findet dann ausreichend Repliken, die sich vergleichsweise unzufrieden mit dem Text zeigen. Hier eine (nicht redigierte) Auswahl, die thematisch vorsortiert wurde:

Glaube / Wissenschaft

  1. Mittelalterprobleme hindern uns an Lösung
    „Am meisten nervt mich, dass wir keine Zeit haben, uns um diese Umweltprobleme ERNSTHAFT zu kümmern. Stattdessen muss die Welt sich mit mittelalterlichen Wahnsinnigen auseinandersetzen, die einem Mohammed und seinem alten Buch "Koran" nacheifern.“

  2. Am meisten nervt mich
    „das Menschen wie Sie sich zu einem Thema nicht äussern können ohne es mit anderen, in keinster Weise damit verbundenen Themen, in einem Atemzug zu nennen. Also im Grunde Ewiggestrige..“

  3. Die Sache mit der Plastiktüte ist unglaubwürdig,
    „weil Plastiktüten leichter sind als Wasser (Dichte etwa 0,9) und schwimmen, wie man sattsam in den Berichten über vermüllte Meere sieht. Um welches Plastikmaterial handelte es sich denn in Wirklichkeit?“

    19.
    „"Plastiktüten" sind heute nur ein politischr Begriff. Also wird der Begriff wieder benutzt. Die Materialdichte ist gegenüber Wasser viel zu gering. Was liegt denn dort wirklich im Meer? Das hat niemand genauer angesehen oder analysiert. Möglicherweise hat auch die digitale Kamera entschieden und das Bild automatisch so umgeformt. Da muss man sich an die Fotos vom Mars erinnern. Auf dem Mars hat die NASA einen Sarg entdeckt. Dort sitzt auch ein Mensch, siehe z.B.: marsanomalyresearch.com/evidence-reports/2008/134/rover-statue-or-person.htm

    23.
    [Zitat von helmut.altanzeigen...]
    „PTFE 2,2 g/cm³ nur mal so zum Vergleich. Ausserdem sind Tüten Behältnisse, die können also einen Inhalt haben. Irgend ein eingeschweißtes Ersatzteil aus Stahl, das fällt bis zum Meeresboden runter wenn es über Bord geht. Natürlich ist es unwahrscheinlich, daß diese Tüte aus irgend einem indischen Fluss kommt, wenn die da schwimmt, schwimmt die im Meerwasser erst recht. Hat aber auch niemand behauptet. Aber natürlich gleich unglaubwürdig.“

    41.
    [Zitat von jojocwanzeigen...]
    „Die mit größerer Dichte schwimmen nicht dorthin. Das sind auch keine Plastiktüten. Wenn die an der Meeresoberfläche schwimmen, wo kommt dann der Druck her? Aber sehen Sie sich mal das Foto genauer an, dann bemerken Sie mehr.“

    44.
    [Zitat von helmut.altanzeigen...]
    „Das Plastik sinkt runter, weil es sich mit biologischen Stoffen verbindet, also mit kleinen Stückchen zum Beispiel von Algen oder Sand. Auf diese Weise entstehen ganz neue Gebilde. Und die sind schwerer und sinken deshalb nach unten auf den Meeresboden.“

Export

  1. Das ist
    „Das ist doch eher so eine Nein! Doch! Ohhh! - Story ... gibt es irgendeinen Grund warum in nem Tiefseegraben kein Plastikmüll zu finden ist wenn er doch sonst wo in den Meeren auch zu finden ist? Man sollte restriktiv Länder deren Flusssysteme für den Großteil des Plastikmülls in den Meeren verantwortlich sind unter massiven Druck setzen. Es ist einfach sinnfrei zu meinen mit dem Verbot von Plastikstrohhalmen in der EU wäre irgendwas gerettet. 90% des Plastikmülls in den Meeren wäre nicht dort wenn die betreffenden Länder in Asien und Afrika nur schon einen Bruchteil der Standards und des Mindsets im Bezug auf Müll hätten wie wir in Europa.“

  2. @ Flying Rain
    „Au weia. Ihnen fehlt wohl die wesentliche Information, dass wir westlichen Industrieländer (auch Deutschland) unseren Müll zu großen Teilen genau in die Länder verfrachten, die Sie anprangern. Wir sind keine Vorbilder in Ökologie und Recycling, sondern können es nur leisten unseren Dreck out zu sourcen. Es hilft also sehr wohl, wenn wir vor der eigenen Haustür anfangen.“

    16.
    „@pepe-b Thread 15.: Und sie wissen schon, dass für die deutschen Müllverbrennungsanlagen Plastikmüll uzm Verbrennen dazu gekauft werden muss, weil die Deutschen zu wenig (!) Müll produzieren? Die Deutschen - zumindest die gesetztestreuen - exportieren von allen Europäern am wenigsten Müll. Insgesamt sind seit 2014 die Exporrte auch rückläufig, während die USA, China, Indien und Afrika munter mehr produzieren. umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/grenzueberschreitende-abfallverbringung/grenzueberschreitende-abfallstatistik

    32.
    „[Zitat von Flying Rainanzeigen...]
    Sie haben von der Problematik nicht den Hauch einer Ahnung. Wenn Sie nach dem Verursacherprinzip handeln wollen, dann reicht es vor die eigene Haustür zu gehen. Die westlichen Länder verschiffen tausende Tonnen von ungereinigten Plastikmüll in diese Länder und überlassen denen die "Aufbereitung" oder Entsorgung. Ich möchte nicht wissen wieviel Schiffsladungen nie in ihrem Zielhafen angekommen sind. Von der abenteuerlichen Idee das Problem dorthin zu verlagern ganz zu schweigen.“

    35.
    „[Zitat von ionmarcanzeigen...]
    Schon mal auf die Idee gekommen, daß wir den Plastikmüll exportieren können, weil es auch einen Importeur gibt, der dafür Geld bezahlt? Und der zahlt bestimmt nicht, um die gekauften Rohstoffe dann ins Meer zu werfen. Und selbst am Citarum River gibt es noch Leute, die den Plastikmüll da rausfischen, um damit Geld zu verdienen (utopia.de/tv-tipp-der-schmutzfluss-bootsfahrt-ueber-plastikflaschen-26400). Und Sie meinen echt, daß das deutscher Müll ist?“

Funding / Agenda

  1. Die Kampagne läuft & soll aufgebauscht werden - alle sollen Zahlen!
    [Zitat von spiegelleser987anzeigen...]
    „Dieses Geschreie vom "Plastik in den Meeren" ist neben "Klima", "Elektroauto" eine der aktuell erfolgreichen Desinformationskampagnen. "Palmöl" und "Energiesparlampe" sind abmoderierte Kampagnen - und wen das interessiert der findet zu den abmoderierten Kampagnen auch die daraus resultirenden Umweltschäden. Geld gespendet für das Seelenheil haben vorher viele. Danach ist das Interesse an der Wahrheit (= den echten, aus "gutem Handeln" resultierenden Umweltschäden) gering. Ausführlich wird diese Art der Kampagnenführung beleuchtet in researchgate.net/publication/329680852_Analysis_of_Greenpeace's_business_model_philosophy_Greenpeace_wants_a_piece_of_your_green Ich fürchte nur, dass das bei den SPON Zensoren nicht durchgeht.“

  2. „Sehr schön. Jetzt ist die tüte weltbekannt und die tauchfahrt an sich völlig unbedeutend. Großartig. Mehr postfaktisch geht einfach nicht. Hauptsache, es dient irgendeiner agenda.“

Welt-Leser kommentieren

Am 17. Juni erschien bei der Welt ein Artikel über den Görlitzer Bürgermeister Ocatvian ursu (der am selben Tag hier auf archive.is archiviert wurde). Wie auch hier zeigt sich, dass die Leser nicht zwingend konform gehen mit ihrem Medium (nicht redigierte Auswahl).

Unzufriedenheit

G. K.
„"Wenn kein Wunder geschieht, wird es irgendwann in absehbarer Zeit einen OB von der AfD geben. Wenn dieser schlau ist, wird er sich zumindest anfangs moderat verhalten."
Und wenn er ( ein potentieller AfD-OB ) sich nun die ganze Amtszeit über moderat verhielte, was dann? In der Logik seiner politischen Gegner müsste er dann ein oberschlauer verkappter Rechter sein.
Entlarvend und absurd diese Denke!“

Leslie P.
„Aha, ein antifaschistisches Bündnis hat in Görlitz also die Demokratie gerettet.
Ich zitiere aus Wikipedia: „ „Ein fascio ist ein Verein, ein Bund,“ daher wären Faschisten wörtlich übersetzt „Bündler“ und >„Faschismus“ wäre Bündlertum.[2]
Also WER hier die Faschisten waren, die ihre Stimmen gebündelt haben,stellt sich mir ganz anders dar. Alle gegen einen. Großartiges Demokratieverständnis.
Aktuell wie nie, dieser Satz, der Ignatio Silone zugeschrieben wird:
Der neue Faschismus wird kommen und sagen 'Ich bin der Anti-Faschismus.'“

Sascha Hill
„ Ah, ist heute endlich der Tag gekommen, wo man die AFD inhaltlich mit Fakten stellt? Nach lesen des Pamphlets, wurde aber schnell klar. Nein, heute ist es immer noch nicht soweit.“

Wo ein Wille, da ein Weg
„"Einer Wählerschaft, die von allen guten und treffenden Argumenten gegen den Ansatz der Partei nicht mehr erreicht wird, zumindest im Augenblick nicht.“
Komisch, dass immer gesagt wird, man wolle die AFD inhaltlich bloßstellen, aber dann kommen nur pauschale Verurteilungen...
Das ist wie die SPD, die versucht Sarrazin loszuwerden, aber in seiner Argumentation keinen Fehler findet, ihn aber trotzdem mit einen Parteiaussverfahren nach dem anderen "jagt"...“

Klaus K.
„Ein AfD Kandidat, der mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Studium vormals in CDU, SPD oder FDP war, ist mir lieber als wie irrlichtende Grüne, die meinen mit ihrer Ideologie die Bevölkerung beglücken zu müssen.“

Bernd S.
„Das nennt man dann wohl bald "betreutes Wählen". Das dann Trotzwähler sich nichts vorschreiben lassen wollen verstehe ich.“

Ralf S.
„Auch in diesem Artikel werden AfD Wähler wieder nur als Protestwähler dargestellt. Die AfD ist aber auch die einzige Alternative wenn ich als Wähler gegen die immergrüne Politik in D bin.“

babu
„Wie krank ist denn die Gesellschaft, die es nötig hat , antifaschistische Bündnisse gegen einen deutschen Beamten zu schmieden , der für eine Partei antritt, die im Deuschen Bundestag sitzt. Da sind inzwischen alle Maßstäbe verloren gegangen.“

Es gibt aber auch gegenstimmen

Weltbürger
„Es hilft kein Jammern ind kein Schreien: so funktioniert nunmal Demokratie! Wer das nicht mag, kann gern gehen.“