Zeitweilige Rückkehr zum Stand der Weimarer Republik

Wie die Wochenzeitung Zeit am 3. Dezember berichtet, wird die „offizielle Buchstabiertafel“ reformiert und planmäßig im dritten Quartal 2022 in Kraft treten. Vorgelegt werden soll sie im Herbst 2021 und dabei vorrangig mit Städtenamen arbeiten.

Gleichzeitig und damit parallel soll ab Herbst 2021 für rund ein Jahr die alte Buchstabiertafel aus dem Deutschen Reich gelten, wie sie zur Zeit der Weimarer Republik eingesetzt wurde — also mit „D wie David“ und „N wie Nathan“, wie es vor der Änderung im selbsternannten „Dritten Reich“ hieß (seitdem und bislang „D wie Dora“ und „N wie Nordpol“).

Die kommentierenden Leser merken verschiedene Dinge an. So zeigt der eine Verwunderung, dass man sich 75 Jahre nach Ende der Diktatur noch immer von Dingen löse, mit denen man „aber in der Zwischenzeit gut leben konnte“, während andere erwidern, dass es sich „um ein politisches Statement“ und „wichtiges Zeichen“ handele, dass „besser spät als nie“ sei. Eine dritte Position ist u.a., dass der Frauenname „Dora“ durch den Männernamen „David“ ersetzt werde und eine vierte der Verweis auf den Unterabschnitt „Geschichte“ im Wikipedia-Artikel „Buchstabiertafel“, dass auch die Tabelle aus dem Deutschen Reich zur Zeit Kaiser Wilhelms (dem Zweiten) ebenso funktionieren würde.
Wer sich diese Tabelle dann genauer anschaut, stellt fest, dass ein Teil der Veränderungen von 1934 in der derzeit gültigen Fassung (DIN 5009 (1983/1996)) wieder auf dem Stand von 1905 sowie 1926 ist, darunter „S wie Samuel“ (ab 1934: „Siegfried“), „T wie Theodor“ (ab 1934: „Toni“) und „Z wie Zacharias“ (ab 1934: „Zeppelin“).

Was noch sichtbar wird: Der User-Kommentar, doch die Tabelle von 1905 wiederzubeleben, würde weibliche Namen noch unsichtbarer machen als durch „Dora > David“. Schließlich hieß es ab 1926 „K wie Katharina“ (zuvor „Karl“) und „P wie Paula“ (zuvor „Paul“).