Zwanzig Jahre „Gilmore Girls“

Die TAZ ließ Anfang letzter Woche drei weibliche Autoren und einen männlichen über 20 Jahre „Gilmore Girls“ schreiben, damals eine echte Neuheit auf dem Serienmarkt: einen weiblich dominierten Cast mit einer alleinerziehenden Mutter als Protagonistin. Es ist auf jeden Fall interessante, die Kommentare der TAZ-Autoren um die Kommentare der Leser zu ergänzen.

Peter Weissenburger hält fest, dass die Serie "schlecht gealtert" sei. Er kritisiert u.a. den "fast ausschließlich weißen Cast", die "Heteronormativität" und die "neoliberalen Ideale", in denen die "feministischen Storyline" verpackt ist. Entsprechend kommt er zu dem Fazit, dass man wohl an „Vorreiter-Serien“ in der Retrospektive „zu hohe Ansprüche“ stelle, denn Werte wie „richtig“, „gut“ und „progressiv“ seien „nicht zeitlos“. Nutzer Seppbrennt hält dagegen: „Rückblickend mangelnde Diversität zu bescheinigen und im nächsten Absatz selber quasi festzustellen, dass sich Normen und Zeiten ändern macht den ganzen Kommentar irgendwie obsolet.“

Carolina Schwarz hält fest, dass allen drei Freunden der Filmtochter trotz ihrer charakterlichen Unterschiede ein Charakterzug eigen sei: „ihre toxische Männlichkeit“. Diesbezüglich merkt Leser „Normalo“ an, dass, wer die Eigenschaften dieser Serienjugendfreunde „für speziell männliche Phänomene“ halte, „vielleicht mal ein paar Frauen näher kennenlernen“ sollte. Zudem stellt er die Frage in den digitalen Raum, ob man „schon mal darüber nachgedacht“ habe, dass eine Serie wie Gilmore Girls „wenig Appeal hätte, wenn sie die Welt, durch die sich die Hauptfiguren kämpfen müssen, als politisch bereinigte Utopie darstellte?“